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<p>Einblattdruck. – Brustb. nach r. vor leerem Hintergrund in lat. Schriftoval innerhalb Ädikula-Retabel. Ovalumschrift „D[octor] DAVID HERLICIVS ZITZENSIS, POETA CAESAREUS, ET MEDICVS LVBECENSIS, AETATIS SVAE 55. A[nno] 1613.“ Darunter im Retabel-Sockel lat. Devise „SPES MEA | CHRISTVS“ (Christus ist meine Hoffnung). Auf den Giebelschrägen 2 Putti, gemeinsam einen Lorbeerkranz haltend, in der anderen Hand Palm- bzw. Lorbeerzweig. Vor den seitlichen Säulen 2 weibl. Gestalten: l. mit Mauerkrone, in der Rechten Zirkel u. Winkeleisen haltend, zu ihren Füßen Erdglobus; r. Urania (geflügelt u. mit Sternenkrone), in der Linken Zirkel haltend, zu ihren Füßen Himmelsglobus. – O. über einer Zierleiste 5zeil. lat. Suprascriptio (die ersten beiden Zeilen in Rotdruck) „IN EFFIGIEM CLARISSI- | MI VIRI D[octoris] DAVIDIS HERLICII | ZIZENSIS, PHILOSOPHIAE ET MEDICINAE DO- | CTORIS, MATHEMATICI EXCELLENTISS[imi] NEC-NON POETAE | LAUR[eati] CAES[arei] APUD INCLYTAM LUBECAM PHYSICI ORDINARII, etc.“ Darunter (in Rotdruck) „DOCTORVM ALIQVOT VIRORVM EPIGRAMMATA.“</p>
<p>Seitlich u. unter dem Porträt-Holzschnitt, jeweils durch Zierleisten u. -stücke voneinander getrennt, 7 lat. Epigramme u. 1 Ovid-Excerpt.</p>
<p>O. l. 6 distich. Verse von Christian Distelmeyer (1552–1612), kurbrandenburg. Kanzler [A 4970]:</p>
<blockquote>
HERLICII hunc vultum cernis gravitate decorâ,<br/>
Clarus is ingenio, promptus &amp; eloquio.<br/>
Huic Phoebus citharam, medicas Podalirius herbas<br/>
Porrigit, Uranie pandit ad astra viam.<br/>
Munera magna DEI: spectans bona vota precare,<br/>
Ut longum doctus prosperet HERLICIUS.
</blockquote>
<p>(Herlitz’ mit Ernst geziertes Antlitz siehst du hier, berühmt ist er durch seinen Geist und schnellfertig von Rede. | Apoll reicht ihm die Leier, Podalirius die heilenden Kräuter, Urania öffnet ihm den Weg zu den Sternen. | Groß sind Gottes Geschenke: bringe beim Betrachten gute Wünsche dar, auf daß der gelehrte Herlitz noch lange gedeihe). –</p>
<p>Darunter Distichon von „B. Pr.“ [= Bernhard Praetorius, 1567–1616, Syndikus u. Stadtbibliothekar in Nürnberg &lt;A 27620&gt;]:</p>
<blockquote>
Effigiem cernens praesentem, cernere summum<br/>
Te Medicum, Vatemq[ue] Astrosophumq[ue] puta.
</blockquote>
<p>(Wenn du gegenwärtiges Bildnis betrachtest, so denke, daß du den größten Arzt, Dichter u. Sternenkundigen siehst). –</p>
<p>Darunter Distichon von Paulus Nigrinus (Schwarz) aus Nürnberg:</p>
<blockquote>
HERLICII quando ora vides, miraberis, uno<br/>
Naturam &amp; coelum posse capi ingenio.
</blockquote>
<p>(Wenn du Herlitz’ Gesicht siehst, wirst du dich wundern, daß ein einziger Geist die (irdische) Natur und den Himmel umfassen kann).</p>
<p>Darunter Distichon von Bernhard Osterbaur:</p>
<blockquote>
Astrorum cursus, positus, viresq[ue] stupendas<br/>
Si quisquam novit, noverit HERLICIUS.
</blockquote>
<p>(Wenn einer die Bahnen, Konstellationen und erstaunlichen Kräfte der Sterne kennt, dann dürfte es Herlitz sein).</p>
<p>Darunter, in größerem Typendruck u. mit Schmuckinitiale, 12 distich. Verse von Bernhard Praetorius (s. o.):</p>
<blockquote>
Et Medicâ, &amp; Melicâ HERLICIUS celeberrimus arte,<br/>
Atque Mathematici gloria prima chori:<br/>
Post lustrum vitae undecimum cum laude peractum,<br/>
Frontis honoratae lumine talis erat.<br/>
Quod potuit, fecit glyptes: at corporis umbra est,<br/>
Et muti tantùm: mentis imago deest.<br/>
Cernere vis istam? vis rari cernere dotes<br/>
Ingenii; totam quo gerit ipse Physin?<br/>
Consule tot libros, Musis &amp; Apolline dignos,<br/>
Pallados auspiciis Uraniaeque datos.<br/>
Heîc sese vivis, sine fraude, coloribus ipsus<br/>
Pinxit; in his spirat vividus HERLICIUS.
</blockquote>
<p>(Sowohl durch seine Heil- wie durch seine Dichtkunst hochberühmt, der höchste Stern im Reigen der Mathematiker, war Herlitz nach rühmlich vollendeten 55 Jahren sogestalt im Licht seiner ehrbekränzten Stirn. | Der Kupferstecher hat getan, was er konnte, doch ist’s nur der Schatten des Körpers, noch dazu eines stummen: das Bild des Geistes fehlt. | Ihn willst du sehen? sehen die Gaben des seltenen Geistes, in dem er die ganze Natur trägt? | Nun, so befrage seine unzähligen Bücher, würdig Apolls und der Musen, uns geschenkt auf Athenes und Uranias Geheiß. | Hier hat er sich selbst in lebhaften Farben ohne Falsch gemalt, in ihnen atmet der lebendige Herlitz). –</p>
<p>O. r. 6 distich. Verse von Paul Ruting, kaiserl. gekr. Dichter aus Rostock:</p>
<blockquote>
Postquam lustra novem &amp; binos compleverat annos,<br/>
Taliter HERLICIUS conspiciendus erat.<br/>
Enthea mens: frons exporrecta: Labella polita:<br/>
Ingenium solers: Dextra laboris amans.<br/>
Hic umbram ingenii cernis: Lege scripta: videbis<br/>
 Victuras vires, quas gerat umbra cadens.
</blockquote>
<p>(Nachdem er 47 Jahre vollendet, war Herlitz solchergestalt anzusehen: | fromm sein Herz, die Stirn geglättet, zierlich beredt die Lippen, der Geist kunstgeschickt, die Hand voller Liebe zur Tätigkeit. | Hier siehst du nur den Schatten seines Geistes; lies seine Schriften, und du wirst die unsterblichen Kräfte sehen, die der hinfällige Schatten in sich birgt). –</p>
<p>Darunter (2 Zeilen in Rotdruck) ASTROLOGORUM ET MATHE- | MATICORUM ELOGIUM. | Ex Ovid[ii] Fastor[um] lib[ro] I. [v. 297-308]:</p>
<blockquote>
Felices animae, quibus haec cognoscere primum [Ov.: primis],<br/>
Inq[ue] domos superas scandere, cura fuit.<br/>
Credibile est, illos pariter vitiisq[ue] jocisq[ue] [Ov.: locisque]<br/>
Altius humanis exeruisse caput.<br/>
Non Venus &amp; vinum sublimia pectora fregit,<br/>
Officiumq[ue] fori, militiaeq[ue] labor.<br/>
Nec levis ambitio, perfusaq[ue] gloria fuco,<br/>
Magnarumve fames sollicitavit opum.<br/>
Admovere oculis distantia sidera nostris:<br/>
Aetheraq[ue] ingenio supposuere suo.<br/>
Sic petitur coelum, non ut ferat Ossan Olympus,<br/>
Summaq[ue] Peliacus sidera tangat apex.
</blockquote>
<p>(Glückliche Geister, die zuerst das Bestreben hatten, dies zu erkennen und zu den himmlischen Wohnungen aufzusteigen! | Man mag wohl glauben, daß sie ihr Haupt gleichermaßen hoch über die Schwächen und Spiele [Ovid: Stätten] der Menschen erhoben. | Weder Liebe noch Wein brach ihren erhabenen Sinn, weder die Geschäfte des Forums noch die Strapazen des Kriegsdienstes; | weder lenkte flatterhafter Ehrgeiz sie ab noch eitle Ruhmsucht oder Gier nach gewaltigen Schätzen. | Die fernen Sterne brachten sie in Reichweite unserer Augen, und den Himmel unterwarfen sie ihrem Geist. | Auf diese Weise strebt man zum Himmel: nicht damit man den Ossa auf den Olymp türme und der Pelion mit seinem Gipfel an die höchsten Sterne stoße). –</p>
<p>U. r. 12 distich. Verse von Martin Schmechelius, Cand. Jur. u. kaiserl. gekr. Dichter:</p>
<blockquote>
Rubricâ Zeuxis bellè depingit homullum;<br/>
Extendit calamus nobilioris opus.<br/>
Cernitur HERLICIUS praeclari nominis Auctor<br/>
De facie, veluti pictus, amictus adest.<br/>
Aethereos cyclos scrutari, laudis aroma<br/>
Conciet; Athletas Croesus &amp; Irus amet.<br/>
Laudatur Perseus Phorcynidos ora Medusae<br/>
Dum fidit; Astrologi majus in orbe decus.<br/>
Cedat Arabs, Ister, Ganges, Tybris, Istula cedat:<br/>
HERLICII niveis fama triumphat equis.<br/>
Copia si qua tui Ciceroni parva: fuisses<br/>
Scitius Elysiis insinuatus agris.
</blockquote>
<p>(Mit roter Farbe malt Zeuxis hübsch ein Menschlein; die Feder erhöht das Werk des Edleren. | Man sieht den berühmten Autor Herlitz wie von Angesicht gemalt, aber nur die Hülle ist da. | Die Himmelsbahnen zu erforschen bringt das Gewürz des Ruhmes; mögen Krösus und Irus [d. h. der Reiche und der Arme] die Wettkämpfer lieben! | Gerühmt wird Perseus dafür, daß er das Haupt der Phorkystochter Medusa spaltete; der Ruhm des Astrologen ist größer auf Erden. | Mach Platz, Araber, Donau, Ganges, Tiber und Weichsel: Herlitz’ Ruhm triumphiert mit schneeweißen Rossen. | Wärest Du auch nur ein wenig Stoff für Cicero gewesen, Du wärest mit mehr Kunst in die elysischen Gefilde eingedrungen). –</p>
<p>Zwischen den beiden unten stehenden Epigrammen Zierstück mit Namenschronogramm (die Zahlenbuchstaben in Rotdruck = 1611) „DaVID | HerLIcIVs | D[octor] praestans | AstroL[ogus]“.</p>
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    <technique>Holzschnitt: &lt;u.M., mit Chronogramm: Zahlenbuchstaben in Rotdruck = 1613&gt; In typographIa NorIbergensI, GeorgII LeopolLDI FVhrMannI.</technique>
    <sheetSize>380 x 301 mm</sheetSize>
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                Drugulin 8890.
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                Diepenbroick 11370?
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    <attribute type="1" typeDescription="Ikonographie und Realien">Globus</attribute>
    <attribute type="1" typeDescription="Ikonographie und Realien">Lorbeer-/Palmzweig</attribute>
    <attribute type="1" typeDescription="Ikonographie und Realien">Lorbeerkranz</attribute>
    <attribute type="1" typeDescription="Ikonographie und Realien">Retabel</attribute>
    <attribute type="1" typeDescription="Ikonographie und Realien">Winkeleisen</attribute>
    <attribute type="1" typeDescription="Ikonographie und Realien">Zirkel</attribute>
    <attribute type="12" typeDescription="Zitate">Alat.: Ovid, Fasti 1,297-300</attribute>
    <attribute type="12" typeDescription="Zitate">lat.: Felices animae, quibus haec cognoscere etc. (Ovid, Fasti 1,297-300)</attribute>
    <attribute type="3" typeDescription="Devise">lat.: Spes mea Christus</attribute>
    <attribute type="5" typeDescription="Bildmotive">Gestalt, weibl.</attribute>
    <attribute type="5" typeDescription="Bildmotive">Putti</attribute>
    <attribute type="5" typeDescription="Bildmotive">Urania</attribute>
    <attribute type="6" typeDescription="Versbeiträger">- 6Ruting, Paul (Anf. 17. Jh.), kaiserl. gekrönter Dichter in Rostock</attribute>
    <attribute type="6" typeDescription="Versbeiträger">Distelmeyer, Christian (1552–1612), kurbrandenburg. Kanzler [A 4970]</attribute>
    <attribute type="6" typeDescription="Versbeiträger">Praetorius, Bernhard</attribute>
    <attribute type="6" typeDescription="Versbeiträger">Nigrinus (Schwarz), Paulus (Anf. 17. Jh.), in Nürnberg</attribute>
    <attribute type="6" typeDescription="Versbeiträger">Osterbaur, Bernhard (Anf. 17. Jh.)</attribute>
    <attribute type="6" typeDescription="Versbeiträger">Praetorius, Bernhard</attribute>
    <attribute type="6" typeDescription="Versbeiträger">Schmechelius, Martin (Anf. 17. Jh.), cand. jur. u. kaiserl. gekrönter Dichter</attribute>
    <attribute type="7" typeDescription="Versinitium des/der Porträtgedichte(s)">lat.: HERLICII hunc vultum cernis</attribute>
    <attribute type="7" typeDescription="Versinitium des/der Porträtgedichte(s)">lat.: Effigiem cernens</attribute>
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    <notes>Chronogramm
Einblattdruck
Allegorisches Porträt</notes>

    <created>1998-05-06 09:31:57</created>
    <modified>2007-08-18 14:34:10</modified>

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